Die Regensburger Gothic‑Metal‑Künstlerin hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt: von den ersten Singles über die EP „Withered Roses“ bis hin zu einer Präsenz, die zwischen verletzlicher Offenheit und eruptiver Kraft oszilliert. Mit „Forever and in Death“ erreicht sie nun einen Punkt, an dem ihre künstlerische Vision gereifter hervortritt. Die EP zeigt eine Musikerin, welche die Dunkelheit nicht fürchtet, ihre Schatten kennt und daraus ein Werk formt, in dem Schmerz, Schönheit und cineastische Dramaturgie koexistieren dürfen.
Mit der Frage „Where will we go?“ eröffnet JAÎSA mit „The Nothing“ einen Hybrid, der ätherische Introflächen und symphonische Chöre auftürmt wie ein Sturm. Der Song zeigt den Blick in einen zerbrochenen Spiegel, in dem jede Facette eine andere Emotion zeigt – und doch fügt sich alles zu einem stimmigen Ganzen. Das minimalistische Video, in dem JAÎSA allein im Raum steht, verstärkt die existenzielle Leere, die sich durch den Track zieht.
„When We Were Younger“ ist ein bittersüßer Schlag in die Magengrube. Zwischen atmosphärisch-dramatischen Strophen und einem treibenden Refrain entfaltet sich ein Nachdenken über Vergänglichkeit, Angst und den Wunsch, gemeinsam alt zu werden, ohne sich selbst zu verlieren. Das Video, gedreht auf einem prachtvollen alten Friedhof, verbindet morbide Schönheit mit moderner Gothic‑Ästhetik, was zu einem perfekten visuellem Echo des Songs wird.
Der Song „Empathy“ steht mit der Liebe im Schatten der Depression und ist einer der emotional rohesten Momente der EP. JAÎSA beschreibt die Beziehung zu einem Menschen, der sowohl in seiner eigenen Dunkelheit gefangen ist als auch die Gratwanderung zwischen Nähe, Selbstaufgabe und dem verzweifelten Wunsch, zu helfen. Das Video übersetzt diese innere Zerrissenheit in starke Bilder, die sich festsetzen.
Mit „Eve’s Apple“ zeigt sich ihre Fähigkeit, Eleganz und Wucht miteinander zu verweben. Der Song entfaltet ein Spiel zwischen Verlangen und Vernunft, ebenfalls zwischen Kontrolle und Hingabe. Ein tänzerischer Wienerwalzer‑Rhythmus trägt elektronisch schimmernde Strophen, bevor ein symphonischer Refrain aufsteigt, der sich wie ein biblisches Drama erhebt.
„One Cold November Night“ ist als Requiem für einen Gefährten gedacht und bildet das emotionale Herz der EP. JAÎSA verarbeitet den Verlust eines geliebten Tieres mit einer Ehrlichkeit, die kaum auszuhalten ist, und führt den Song in ein monumentales Finale, das Trauer, Schuld und Sehnsucht in einem einzigen Atemzug vereint.
Das Musikvideo, das zwischen nebelverhangener Studio‑Isolation und atmosphärischen Außenaufnahmen wechselt, findet seinen tragischen Höhepunkt in einem Foto des verstorbenen Begleiters.
Als Abschluss der EP wählt JAÎSA mit „Graveyard“ eine Ode an ihren Lieblingsfriedhof und schafft damit ein cineastisches Finale, das die Themen der EP bündelt: Vergänglichkeit, Erinnerung, die paradoxe Geborgenheit im Angesicht des Todes. Ein gewaltiges Ending mit schwebenden Ruhephasen, ein Refrain, der sich wie ein Gebet erhebt. Die Grabsteine werden zu Symbolen der Ewigkeit, zu Trägern unserer Geschichten.
In „Forever and in Death“ zeigt JAÎSA keine Angst davor, verletzlich zu sein. Gerade dadurch entfaltet sich eine enorme Kraft. Ihre Songs sind emotional, wütend und hoffnungsvoll zugleich – zudem bedingungslos ehrlich. Sie beweisen, dass große Emotionen und feine Nuancen sich gegenseitig verstärken. Mit dieser Veröffentlichung festigt JAÎSA ihren Platz in der deutschen Gothic‑Metal‑Landschaft und bringt damit ihre eigene Dunkelheit herrlich zum Erstrahlen.
Wissenswertes:
- 04.2026 Frankfurt Am Main – Ponyhof
- 05.2026 Freising – Vis-A-Vis
- 08.2026 Königstein im Taunus – tba
- 12.2026 Regensburg – Alte Mälzerei
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