Dass das Video auf den Färöer-Inseln entstanden ist, fühlt sich wie Heimkehr an. Die Inseln im Nordatlantik, seit der Wikingerzeit besiedelt und über Jahrhunderte fremder Herrschaft ausgesetzt, haben eine Kultur hervorgebracht, die sich vor allem durch eines behauptet hat: Gesang. Gemeinsames Singen, gemeinsames Tragen, gemeinsames Erinnern. Eine Tradition, die selbst in den dunkelsten Wintern weiterlebt und in den hellen Sommern aufblüht und die Eivørs Musik seit jeher durchdringt.
Eivør ist in einem kleinen Dorf zwischen steilen Klippen und grasbewachsenen Hügeln aufgewachsen. Umgeben von einer Landschaft, die extreme Gegensätze kennt: dunkle, schwere Winter und helle, fast übermütige Sommer. Diese Kontraste prägen ihre Musik bis heute.
Das Video zu „Healer“, gedreht von Katrin Joensen Næs, fängt genau diese Spannung ein, das Wilde und das Zarte, das Ungezähmte und das Sanfte. Nebel, Felsen, Wind, Wasser, nichts davon ist Kulisse. Alles ist Herkunft, Geschichte, Identität.
Und Eivør ist nicht allein. Heidrun Petersen, Birita Dam, Kristina á Váli und Jona Elia Jakobsen erscheinen wie vier Kräfte, die den Song mittragen. Sie wirken wie ein lebendiger Kreis aus Stimmen und Körpern, der die alte Tradition des gemeinsamen Singens und Formens in eine neue visuelle Form übersetzt.
Eivør selbst hat ihre unverwechselbare, gutturale Gesangstechnik über Jahre kultiviert, inspiriert von Beatboxing, Kehlkopfgesang und sogar Metal Growls. Doch im Kern ist es ein Ruf zurück zu etwas Ursprünglichem, zur ungebändigten Ausdruckskraft der färöischen Volksmusik, die über Jahrhunderte hinweg überlebt hat, weil Menschen sie miteinander geteilt haben. „Faroese traditional music is pure, expressive, and untamed“, sagt sie, und genau das hört man in „Healer“.
Der Song ist ein Gespräch zwischen dem früheren Ich, dem heutigen Ich und dem, das wir vielleicht einmal werden. Er erzählt vom Weitergehen, ohne die eigenen Wunden zu verleugnen. Vom Mut, sich nicht von Hindernissen definieren zu lassen. Von der Weichheit, die entsteht, wenn man sich selbst zuhört.
Eivør sagt, sie habe ihr Herz in diesen Song gegossen, und man glaubt es sofort, denn „Healer“ fühlt sich an wie ein Lied, welches begleitet. Ein Lied, das uns dort abholt, wo wir gerade stehen, und uns etwas Bedeutungsvolles anbietet: Trost, Klarheit, vielleicht sogar ein kleines Stück Zukunft.
Gerade in einer Zeit, in der die Welt unruhig ist und politische Wellen über uns hinwegrollen, öffnet Eivør mit diesem Song eine Tür zu einem Ort, an dem Musik gespürt und eingeatmet wird. Der Refrain selbst klingt wie eine kleine Ermahnung: langsamer werden, weiteratmen, festhalten und nicht aufhören zu glauben. Ein Zuspruch an Träumende, dass Zeit heilt, auch wenn sie langsam arbeitet. Vielleicht liegt genau darin ein Moment von Heilung.
Wissenswertes:
Für 2027 sind bereits Tour-Slots in Deutschland angekündigt. Mir wurde mehrfach erzählt, dass Eivør jeden Euro wert ist. Ihre Konzerte sollen magisch sein. Na dann los …
- 27.02.2027 – Hamburg, Docks
- 09.03.2027 – Köln, Live Music Hall
- 10.03.2027 – Stuttgart, LKA Longhorn
- 11.03.2027 – Frankfurt, Batschkapp
- 16.03.2027 – München, Kesselhaus
- 19.03.2027 – Dresden, Reithalle Straße E ***Ich freu mich sehr – endlich darf ich sie live erleben!
- 20.03.2027 – Berlin, Huxleys Neue Welt
Foto: Shila Liv Sloth Sørensen
Wertvolle Links:
- Facebook: https://facebook.com/eivormusic
- Instagram: https://instagram.com/eivormusic
- Homepage: http://eivor.com

