ANIQO ist eine dieser seltenen Stimmen, die eher Zustände als Songs veröffentlicht. Ihre Musik bewegt sich zwischen Artpop, spirituellem Folk und cineastischer Weite, getragen von einer Stimme, die zugleich fragil und entschlossen wirkt. Man spürt in ihr die Schule von Marianne Faithfull, die Klarheit von Joni Mitchell sowie eine musische Ästhetik von The Beauty of Gemina oder ROME.
Nach dem international wahrgenommenen Debüt „Birth“ beginnt für ANIQO nun ein neues Kapitel, das heller, offener und spiritueller wirkt und dennoch ihre Tiefe bewahrt. Ihr kommendes Album „Earth, Love and Variations“, produziert mit Bill Ryder‑Jones, widmet sich der Liebe in all ihren Elementen und Jahreszeiten.
Mit dieser neuen Klarheit im Blick öffnet ANIQO zwei Türen in ihr kommendes Album. Die beiden Songs wirken wie Wegmarken, die unterschiedliche Bewegungen desselben inneren Prozesses zeigen. Der eine erzählt vom Moment des Aufbruchs, der andere von der Erkenntnis, die nach diesem Schritt entsteht. Beide Stücke tragen die Handschrift einer Künstlerin, die innere Wandlungen hörbar macht und sie in etwas Größeres verwandelt.
THE TURN
„THE TURN“ ist ein Song wie ein Schritt über die eigene Kante. Ein treibendes Stück, das den Mut feiert, den man erst spürt, wenn man ihn braucht. Es geht um den Sprung ins kalte Wasser, um das bewusste Ja zu dem, was man liebt, und um das Vertrauen, dass sich Türen öffnen, sobald man losgeht.
Die Gitarre – ursprünglich von ihr selbst geschrieben, im Studio von Torsten Füchsel gespielt – wirkt wie das Licht in einem Leuchtturm, das nicht drängt, aber führt. Der englische Songwriter, Musikproduzent und Komponist Bill Ryder‑Jones öffnet den Song ins Cinematische, lässt Streicher aufsteigen, bis der Chorus kippt und alles unmittelbar wird:
„We are ready, it’s time for The Turn.“
Das Video zu dem Song entstand auf einem Segelboot auf dem Atlantik vor Portugal. Regie und Schnitt übernahm ANIQO selbst; die Cinematography stammt von James Harvey. Zwischen Wellen, Wind und offenem Horizont übersetzt das Video die zentrale Bewegung des Songs ins Bild: loslassen, aufbrechen, den Turn wagen. Es wird zur Metapher für einen Zustand zwischen Kontrollverlust und Freiheit.
I KNOW
Wenn ANIQO singt, dass die Wahrheit transparent ist und kein Raum für Zweifel bleibt, beschreibt sie einen Zustand, in dem man sich selbst nicht mehr belügt. „I KNOW“ ist eine Hymne an die innere Wahrheit und der ruhigere, aber nicht weniger kraftvolle Gegenpol zu „The Turn“. Der Song erzählt von der Erkenntnis, dass die Antworten auf die großen Fragen nicht draußen liegen, sondern im eigenen Kern. Ein schimmerndes Pianomotiv, das Motiv der Vögel als Symbol des Aufbruchs, und ANIQOs Stimme, die hier besonders klar wirkt.
Es ist der Moment, in dem man aufhört, gegen die eigene Intuition anzukämpfen.
Mit dem Einsetzen eines erdigen Beats und einer friedlichen Gitarrenfigur verdichtet sich der Song zu einer Hymne weiblicher Selbstermächtigung – nicht laut, sondern leuchtend.
Ein Lied, das daran erinnert, was du schon längst weißt.
Wissenswertes:
Live:
- 10.26 – Galiläakirche Berlin
Wertvolle Links:
- Bandcamp: https://aniqomusic.bandcamp.com/track/i-know
- Homepage: https://www.aniqomusic.com/
- Instagram: https://www.instagram.com/aniqomusic/
- Spotify: https://open.spotify.com/intl-de/artist/3q7baflM8Rtj29ckEnKAgB?si=0qY2ZthmROq5_3nobkoGpQ&nd=1&dlsi=a52a308457164aef
Foto: James Harvey

