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Taylor Swift – Evermore

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Rezensionen

Taylor Swift – Evermore

Vorwort

Ich werde aus Taylor Swift nicht schlau, so verschieden sind ihre Studioalben sowie ihr publikes Auftreten. Bevor ich von den beiden Meisterwerken „Folklore“ und „Evermore“ verzaubert wurde, nahm ich sie zwar wahr, aber nicht für voll. Für mich war sie nur eine talentierte junge Sängerin mit vielen Hits, aber keine achtbare Singer-/Songwriterin und Musikerin.

Als Weltstar wurde sie auseinandergenommen wie ein Truthahn zu Thanksgiving. Was ich persönlich sehr unfair fand, war die öffentliche Demütigung auf der Bühne. Dennoch schritt sie aufrecht weiter im Business umher, schüttelte es mit „Shake It Off“ ab und lieferte weitere Welthits, wobei es lyrisch wie auch in den Videos „saftiger“ zuging.

Ihren musikalischen Werdegang sowie ihre Entwicklung(en) können aus den Studioalben entnommen werden. Denn wenn die neun Studioalben nebeneinandergelegt werden, so wird dies deutlich, aber auch, dass ihre beiden 2020er Alben „Folklore“ und „Evermore“ Ruhe, Fokussierung und Entgiftung ausstrahlen. Die beiden Alben sind passioniert, ansprechend und einnehmend zugleich.

Dementsprechend war es mir nach „Folklore“ auch ein Verlangen „Evermore“ in meine Sammlung mit aufzunehmen. Dadurch lernte ich für mich eine neue Singer-/Songwriterin kennen, die sie für andere im Country-oder Pop-Business schon ist oder war.

Da ich Taylor Swift auf keinen ihrer Kanäle folge, wurde ich von der Veröffentlichung des Schwesternalbums nur über gepuschte Werbung aus dem Social Media aufmerksam.

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Taylor Swift hat seit Anbeginn ihrer Karriere stets etwas Anmutiges an sich, denn ihre Songs beinhalten die Leichtigkeit in all ihren Facetten. Dabei ist es gleich, in welcher Gewandung sie sich gerade bewegt. Seit „Folklore“ begibt sich Taylor Swift auch mit „Evermore“ in eine in sich ruhende Ewigkeit.

Aber gleich zwei Alben hintereinander herausbringen, können nur Maschinen, Business-Roboter oder Musiker, die schon seit Jahren an Songs schreiben. Wenn zwei Singer-/Songwriter Alben hintereinander ohne Vorhersage veröffentlicht werden, können nur geniale Köpfe dahinterstecken, denen es höchstwahrscheinlich leicht fällt aus kleinen Samen, Knospen zu formen, die ferner prachtvoll in der Welt florieren. Dazumal es ist purer Genuss diese beiden Alben hören zu dürfen.

Mit den Experten Aaron Dessner, Jack Antonoff und Justin Vernon an ihrer Seite, die von unschätzbarem Wert sind, wird es mit „Folklore“ und „Evermore“ unmissverständlich klar, dass Taylor Swift mit zu den besten Singer-/Songwriter:innen der heutigen Zeit gehört.

Dennoch sind es ein paar Stufen zu Bob Dylan, Kate Bush, Tori Amos, Marianne Faithfull, PJ Harvey, Björk, Nick Cave etc. zu erklimmen. Nichtsdestotrotz wird sie diesen Rang eines Tages bestimmt auch erreichen, doch bis dahin fehlen noch ein paar Jahre an musischer Zeitlosigkeit im Fokus auf das Wesentliche sowie das Prädikat: Song des Jahrhunderts. Da nützen auch keine Dauerchartplatzierungen oder viele Auszeichnungen etwas. Dennoch hat sie mit den Twin-Set eine weitere Stufe zu den Größen* erstiegen und das Wichtigste ist: Sie ging den besten Weg zur inneren Entgiftung – durch den Wald und atmete die Natur tief ein.

Der Wald ist ein Sog der Ruhe, der Kraft und der Genesung. Von daher befasst sich das Album auch mit Themen der psychischen Gesundheit, die den geraden Weg zur Heilung und Hoffnung aufzeigen. Das Artwork präsentiert sie inmitten üppiger Wiesen und die Kraft des Waldes, sodass ihre bildschöne Natürlichkeit nochmal zum Vorschein kommt. Somit zeigt sie mit „Evermore“ auch, dass die Musik ihr die nötige Kraft gibt.

Selbst ihre Songs hinterlassen Eindruck, ohne sich dabei in gebrochene oder typische Liebeslieder zu verklären. Sie widmet ihrer Großmutter („Marjorie“) einen Song, der lyrisch meiner nahekommt. Auch schreibt sie Songs über Luxusprobleme („Champagne Problems“), ebenso dass ein Goldrausch nicht das Wichtigste der Welt ist. („Gold Rush“)

Um die Weide ranken sich viele Mythen. Zugleich ist diese Baumart auch als „Mondscheinbaum“ bekannt. Und die Weide ist mit einer der schönsten Bäume. Ich denke immer, wenn ich eine sehe, dass dieser Baum voller Perlen ist. Auch die Weiden können Geschichten erzählen, wie auch die Menschen. So ist es auch bei Taylor Swift, die in ihrem Song „Willow“ die Weide in ihre Geschichte einweiht. Die Äste einer Weide sind genauso biegsam wie das Leben und die Wurzeln sind genauso stark wie das Leben, wenn man will.

Der titelgebende Song „Evermore“, mit Unterstützung von Bon Iver, ist eine meditative Klavierballade, die die Reise des Erzählers von einer scheinbar nicht enden wollenden Periode tiefer Depression und Verletzung zu einem Ort der Hoffnung verfolgt.

Es ist auch angenehm die Lyrik zu lesen und Zeilen auf das eigene selbst wirken zu lassen, die vielleicht zu einem passen können. Oder diese einfach nur zu lesen, weil dahinter verschiedene Geschichten stecken. Wiederum ist es auch äußerst interessant wie die Lyrik von ihr auseinandergenommen und auf ihr Leben assoziiert wird.

Abgesehen davon sind die beiden Alben „Evermore“ und „Folklore“ sehr gute Schöpfungen, die zu mir wollten und ich diese gerne in meine Sammlung aufgenommen habe. Demensprechend bereue ich kein ausgegebenes Goldstück. Auch möchte ich meinen Kauf damit verteidigen, dass die Musik zu mir wollte! Denn leider wurde mir schon gesagt, dass ich mein Geld in andere Künstlerinnen investieren sollte, anstatt in eine Millionenschwere Mainstream Musikerin. Mein Geld, meine Investition! Wenn mein Herz für ein Album schlägt, dann richte ich mich nach der in mir schlagenden Sehnsucht! PUNKT!

Sie schreibt auch in ihrem Vorwort, dass sie es nicht weiß, wohin es sie in der Zukunft schlagen wird, Aber es wird bestimmt aufregend. Und sie wird wieder auseinandergenommen wie ein Truthahn zu Thanksgiving, doch ich werden mich mit meinen Kopfhörern genüsslich im Wintergarten zurücklehnen und ihre Musik feiern.

 

* Jeder soll für sich selbst entscheiden, wer seine / ihre Singer-/Songwriter Größe ist.

„life was a willow and it bent right to your wind“

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