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ZUSTRA – Drowned Body
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ZUSTRA – Drowned Body

Eine einzige Melodie reicht aus, dass ZUSTRA es schafft, den Körper transzendieren zu lassen. Es ist ein beeindruckendes Gefühl, wenn ihre Musik spielt und der Geist zu Sternenstaub wird. ZUSTRA bewegt sich wie ein ruhender Blick auf funkelnde Mineralien, wie auch auf das Firmament.

Ihr klüglich bedachter und cineastischer Art Pop loslöst einen in kosmische Sphären, und erdet gleichzeitig mit ihrem feinsinnigem Gespür für das Sinnliche und Vieldeutige.  Mit „Drowned Body“ wird der letzte Vorbote des lang ersehnten Debütalbums „The Dream Of Reason“ besiegelt, das am 25. Februar 2022 bei Motor Entertainment erscheinen wird. (– Endlich!)

„Drowned Body“ wuchtet mit einem satten ver-bass-ten Gitarren-Riff los. Die Drums scheinen zu einem Zirkel einzuladen, während ZUSTRA erst unheilvoll flüstert und ihr dann die Zeile „The empire strikes back and it will fuck you into pieces“ derart von der Zunge perlt, als würde es sich um eine Versuchung handeln. Für sie ist es offenbar ein Leichtes, im selben Song Referenzen zu Star Wars und Shakespeare’s Macbeth zu vereinen. In der Ferne klappert eine Wüstenschlange und hallt eine Mundharmonika wie aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ und man weiß gar nicht: Ist das der Song zu einer mythischen Sci-Fi-Indie Phantastik, den ein erstklassiger Filmregisseur erst noch drehen müsste? Oder ist man in einer Folge einer legendären Mystery-Kult-Serie gelandet?

Auch das Musikvideo zu diesem mit Desert Rock angeschwitzten Alt-Pop-Song kann sich erneut sehen lassen und passt in das Gesamtkunstwerk der Visual Artistin: Ein blauer Planet und eine verschleierte Frau beeinflussen auf wundersame Weise nächtliche Geschehnisse auf der Erde. Man kann den Clip als Hommage an das Science-Fiction-Drama „Another Earth“ von 2011 verstehen, einem der Lieblingsfilme der kroatisch-deutschen Sängerin.

ZUSTRA erzählt über den Song: „Als ich „Drowned Body“ geschrieben habe, war ich wütend, aber halt auf meine Art: Eine ruhige Wut, bei der ich denke, ach, komm, tausend Mal schon gelitten, es liegt ja doch recht wenig in meiner Macht, und mit welchem Recht sollen die Dinge so laufen, wie ich sie gernhätte? Mach halt, Universum. Und alles Unrecht wird irgendwann offenbart, weil es ja schon in der Welt ist.“

***

Liebe Leser:innen, ich bin immer wieder begeistert von ZUSTRAs Songs… Nun ja, um zwei Fragen kam sie nicht drumherum:

  • Du hast sehr klüglich eine Kombination aus Star Wars und Mcbeth gewählt. Was hat Dich zu dieser Kür bewogen?

Ich bin seit meiner Kindheit Star-Wars-Fan, und Macbeth hat mich so umgehauen, als wir es in der Schule gelesen haben, dass meine beste Freundin und ich freiwillig angeboten haben, sämtliche Szenen auswendig zu lernen und vorzuspielen, und die anderen dachten amüsiert: Ah, unsere beiden Nerds wieder! (haha) Natürlich geht es dabei auch um die Aufhebung der Trennung zwischen sogenannter Hochkultur und Mainstream – alles ist Kunst, und ihr Ziel ist doch, zu Schichten in uns vorzudringen, die für anderes nicht erreichbar sind. Und Star Wars ist ja auch ein bisschen wie Shakespeare, nur im Weltraum.

  • Wie lange tüpfelst Du, um den Videos Seele zu geben? Gibt es ein Brainstorming oder weißt Du bereits im Vorfeld ganz genau, welche Melodien die Bilder arrangieren?

Für das Musikvideo zu „Drowned Body“ habe ich wieder mit dem italienischen Filmemacher Gabor Ferentini zusammengearbeitet, der schon das Video zu „Back to Dark“ gestaltet hat.

Wenn ich einen Song produziere, eröffnet sich mir immer eine eigene Welt vor Augen, in der er sich abspielt, also Bilder, Farben, Formen, Material, Gerüche. Ich bin immer sehr präzise in meinem Briefing, aber gleichzeitig hatte Gabor künstlerische Freiheit bei der Ausgestaltung. Als er den ersten Entwurf geschickt hat, war ich beeindruckt, wie gut er mittlerweile meinen Geschmack kennt und schrieb: Es erinnert mich an einen meiner Lieblingsfilme, das Science-Fiction-Drama „Another Earth“! Ich sag mal so: Er war davon nicht überrascht. haha

Herzlichen Dank. Und  nun viel Spaß mit „Drowned Body“ :

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