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TEll A ViSiON – HiLo & IDLU
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Unique Singles

TEll A ViSiON – HiLo & IDLU

Aufgewachsen in Bielefeld und heute Wahlberlinerin, bewegt sich TEll A ViSiON zwischen Kunst, Körper und Klang. Sie spricht von 100 % alien made post pop – ein selbst gewähltes Genre für Musik, die sich wie ein Fremdkörper im Pop bewegt und gerade dadurch neue Räume öffnet. Mit elf Jahren wird sie Teil einer Female-Rap-Crew, später folgt ein Kunststudium und Arbeiten zwischen Musik, Performance und Theater. Eine Praxis, die sich weniger an festen Formaten, jedoch stärker an inneren Zuständen orientiert. Diese Haltung prägt bis heute ihr künstlerisches Arbeiten. Songs entstehen bei ihr als Räume, die sich öffnen und in denen etwas geschieht.

Raum 2: HiLo

Da TEll A ViSiON seit Jahren in einer Praxis lebt, die Kunst, Alltag und Körperwahrnehmung miteinander zu verweben, entsteht in „HiLo“ genau dieses Spannungsfeld. Der Song beginnt mit brüchigen Vocals und weichen Synthflächen, die sich wie ein Echo durch den Raum ziehen. Die Wiederholungen wirken wie ein Zustand, der sich selbst beobachtet. „HiLo“ fühlt sich an wie ein Moment, in dem die Welt kurz flimmert und man merkt, dass etwas unter der Oberfläche arbeitet.

Der Song tastet sich an ein Gefühl heran, das sich nicht festhalten lässt. Es ist kein klarer Impuls, eher ein Schweben zwischen zwei Polen. Nähe und Distanz, Überreizung und Ruhe, Außenwelt und Innenraum – alles liegt gleichzeitig vor einem, ohne dass sich eine Richtung aufdrängt. TEll A ViSiON beschreibt diesen Zustand als etwas Bewegliches, etwas, das sich ständig neu sortiert, ohne je vollständig zu greifen zu sein: „‘HiLo‘ ist der emotionale Zustand, gleichzeitig High und Low zu fühlen. Die Spannung einer ruhigen Lautheit. Ein Nervensystem, das sich selbst zuhört, sich beruhigt, sich umarmt. Zwischen Dunkelheit und Licht. In Bewegung, manchmal allein, manchmal gemeinsam, während die Welt um uns herum zu explodieren scheint.“

Musikalisch bleibt „HiLo“ offen und durchlässig. Die Produktion verzichtet auf klare Konturen und setzt stattdessen auf Raum, auf Atem, auf das Unfertige. Sprache erscheint hier als Material, das sich verformt, zerfällt und wieder zusammenfindet. Die Worte werden zu Rhythmus, zu Körper, zu Impuls. „High“ und „Low“ stehen nicht gegenüber, sie existieren nebeneinander – wie zwei Strömungen, die sich berühren, ohne sich zu vermischen.

Raum 1: IDLU (I Don’t Like U)

Dass TEll A ViSiON mit einer Mischung aus Direktheit und atmosphärischer Distanz arbeitet, zeigt sich in „IDLU“ besonders deutlich. Der Song trägt eine Befreiung in sich und öffnet einen Raum, den man nur betritt, wenn man bereit ist, sich selbst wieder wahrzunehmen. Die Perspektive löst sich von der Idee, jemandem hinterherzusehen, und richtet sich auf eine innere Gewohnheit: das reflexhafte Kleinwerden, das Übergehen der eigenen Intuition, das ständige Anpassen an Erwartungen, die nie die eigenen waren.

Die Rückkehr zu sich selbst geschieht mit einer Klarheit, die bleibt. Die Erkenntnis kommt spät, doch sie kommt. „Delayed / But never too late“ wirkt wie ein Versprechen an das eigene Ich, ein Moment, in dem sich die Wahrheit neu ordnet und mit ihr auch die Haltung. Der Song spricht aus einem Zustand des Wiederfindens: Ich habe mich selbst überhört, und das wird mir nicht noch einmal passieren. In dieser entschlossenen Selbstbehauptung liegt die Kraft von „IDLU“ – ein spätes, aber eindeutiges Ja zu sich selbst.


Wissenswertes:

TEll A ViSiON – LIVE: 18.7.2026 – Femme Royale presents: TELL A ViSiON, Koschka und Special Guests” – Neue Zukunft, Berlin

  • Erste Releases erschienen auf Feeding Tube Records, später folgten Veröffentlichungen über Bureau B, Duchess Box sowie internationale Tourendurch Europa, die USA, Südafrika und Lateinamerika.

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