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Amy Macdonald – The Human Demands
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Amy Macdonald – The Human Demands

Der schönste Platz ist da, wo die Musik ist.

Wenn das Album „The Human Demands“ aufgeklappt wird, erscheint ein wunderschönes Portrait von Amy Macdonald, die auf einem rollenden Equipment Case liegend, verliebt in die Kamera blickt. Das Bild könnte aussagen, dass sie das Touren vermisst. Das Album entstand während der pandemischen Zeit und wurde im Oktober 2020 veröffentlicht, damit die Zeit den Fans nicht allzu traurig erscheint und das Leid der Beschränkungen etwas gelindert wird.

Beim ersten Song von „The Human Demands“ wird deutlich, dass die Musiker bei der gemeinsamen Jam-Session sehr viel Spaß hatten. Da ist ein Leuchten in den Songs, das ich vermisste. Von daher zierte ich mich mit dem Kauf des Albums, obwohl ich ständig Drumherum geschlichen bin. Wahrscheinlich folgten mir Amys Augen, währenddessen ich zu der CD in meiner Hand sagte: „Ach scheiß drauf…!“  Mit einer grinsenden Amy an der Hand, verließ ich glücklich und erwartungsvoll den Laden.

Ein Feuerlöscher wäre fortan ratsam, denn funkensprühend beginnt der Opener „Fire“ und zeigt auf, wie feurig das Album startet und wie glühend vor Leidenschaft die Flamme zum Ausklang mit einem balladesken „Something In Nothing“  lodert. Ich glaubte meine Haare fackelten während der „The Human Demands“ – Feuerfontäne ab.

This Girl is on Fire: Amy Macdonald ist zurück!

Einem wahrhaftig musikalischen Feuerwerk gleichend, trifft Country-Rock wieder auf die kraftvolle, resonante Alt-Stimme! Grund für den fackelnden Abriss ist Jim Abbiss von den Arctic Monkeys / Kasabian, der „The Human Demands“ produzierte. Er verbindet Amy Macdonald wieder mit ihren ursprünglichen Wurzeln und ihrer Fähigkeit, Songs zu schreiben, die klingen, als hätte es sie schon immer gegeben. Und das in nuancierter Perfektion! Jedes Stück leuchtet auf seine Weise, mal rockig, mal zart sowie mainstreamig poppig bis hin zur folkigen Richtung.

Lyrisch gesehen scheut sich das Album nicht davor, sich auch schwierigeren Themen anzunehmen, mit denen sich die meisten von uns früher oder später auseinandersetzen müssen: sich verlieben, Brücken abreißen, Depressionen bewältigen, erwachsen werden. Hinzukommend ist, dass Amy Macdonald die gesagten Themen auch sehr gut interpretiert. Sie wirken nicht aufgesetzt und gestellt, sondern sind echt und zeigen tiefsinnige Betrachtungsweisen!

„Crazy Shades Of Blue“ ist ein geniales Stück Musik, genauso wie „Statues“. Hier sprechen Emotionen Bände. Gleichermaßen wie der titelgebende Song „The Human Demands“. Dieser beschreibt die Depression und die Angst älter zu werden. Es werden Gefühle beschrieben, die viele Menschen miterlebt haben. „Bridges“ erinnert mich an mein Lieblingslied „An Ordinary Life“ aus dem „A Curious Thing“ Album von 2010, was ich unmittelbar danach hören musste. Mit einem sentimentalen „Something In Nothing“ endet ein hervorragendes Album, sodass ein kleines Lagerfeuer noch knisternd in der Ferne hörbar ist.

Und nun schauen wir uns nochmal ihre Zahlen an: Sechs Millionen verkaufte Longplayer. Vier Top-5-Studioalben, zwei davon sogar auf Platz 1 der UK-Album-Charts. Welttourneen vor insgesamt mehr als 3,3 Millionen Menschen. Über 200 Millionen Spotify-Streams. Eine Single („This Is The Life“ / 2007), die in zehn Ländern auf Platz 1 landete. Eine seit 15 Jahren ununterbrochen andauernde internationale Erfolgsgeschichte, in der sie unbeirrt und unermüdlich ihren eigenen Weg gegangen ist.

***Ja, Amy Macdonald ist zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. „The Human Demands“ ist wahrlich mit das Beste, was sie jemals veröffentlicht hat.

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