Aufgewachsen ist Eivør in einem kleinen Dorf zwischen steilen Klippen und grasbewachsenen Hügeln – in einer Landschaft voller Gegensätze: dunkle, schwere Winter auf der einen Seite, helle, beinahe übermütige Sommer auf der anderen. Diese Kontraste prägen ihre Musik bis heute.
Die Färöer-Inseln im Nordatlantik sind seit der Wikingerzeit besiedelt und waren über Jahrhunderte fremder Herrschaft ausgesetzt. Daraus ist eine Kultur entstanden, die sich vor allem durch eines behauptet hat: Gesang. Gemeinsames Singen, gemeinsames Tragen, gemeinsames Erinnern – diese Tradition lebt selbst in den dunkelsten Wintern weiter, blüht in den hellen Sommern auf und durchdringt Eivørs Musik seit jeher.
Eivør hat ihre unverwechselbare, gutturale Gesangstechnik über Jahre kultiviert. Inspiriert ist sie unter anderem von Beatboxing, Kehlkopfgesang und sogar Metal Growls. Im Kern aber bleibt ihre Stimme ein Ruf zurück zu etwas Ursprünglichem: zur ungebändigten Ausdruckskraft der färöischen Volksmusik, die über Jahrhunderte überlebt hat, weil Menschen sie miteinander geteilt haben.
„Faroese traditional music is pure, expressive, and untamed“, sagt sie – und genau das spiegelt sich in ihren neuesten Singles wider. Mit „Drekafljóð“ kündigte Eivør zugleich die Veröffentlichung ihres kommenden Albums „Tungl“ an, das am 16. Oktober erscheinen soll. Auf dem Album wird Eivør zudem den Song „Fangað“ (Trapped) gemeinsam mit ihrer Schwester Elinborg performen – eine seltene Zusammenarbeit, die die familiäre Klangverbindung der beiden Künstlerinnen hörbar macht.
Drekafljóð / Dragon Maiden
Ausgehend von einem Gedicht, das Eivør gemeinsam mit der färöischen Autorin Marjun S. Kjelnæs vollendete, entfaltet Drekafljóð das Erwachen einer inneren Urkraft. Sirenenhafte sowie stampfende elektronische Rhythmen, archaische Percussion und Eivørs beeindruckende stimmliche Bandbreite verschmelzen zu einer atmosphärischen Klangwelt zwischen nordischer Folklore und moderner Produktion.
Im Zentrum steht eine Verbindung aus Instinkt, Erinnerung, Mythos und Selbstwerdung. Der Drache erscheint als Symbol für Wildheit, Schutz und Transformation. Wenn Eivør davon singt, dass sich etwas auf ihren Rücken legt und ihr goldene Flügel verleiht, entsteht das Bild einer neuen Stärke, die sich körperlich manifestiert – ein Erwachen, das nicht nur geistig, sondern auch leiblich erfahrbar ist.
Dieser Drache ist kein bedrohliches Wesen, sondern ein Verbündeter: ein innerer Motor, dessen Kraft heilend und transformierend wirkt. „Drekafljóð“ wird so zum Aufbruch, der die Sängerin zurück in ihr eigenes Licht führt.
Das Musikvideo entstand in der eindrucksvollen Landschaft von Svínadalur auf Island unter der Regie von Krassasig (Kristinn Arnar Sigurðsson). Im Mittelpunkt steht eine eigens konstruierte, rotierende Plattform, auf der Eivør ihre Performance zwischen Bewegung und Stillstand entfaltet. Die außergewöhnliche Inszenierung greift die zentrale Aussage des Songs auf und macht das Loslassen von Kontrolle sowie das Vertrauen in den eigenen Weg auch visuell erfahrbar.
„Dragon Maiden ist die ungezähmte, intuitive Kraft, die in dir lebt. Sie gibt dir Flügel und erinnert dich daran, wer du bist“, erzählt Eivør auf ihren Kanälen.
Healer
Die erste Singleauskopplung „Healer“ öffnet einen Weg, den wir mitgehen können. Der Song ist ein Gespräch zwischen dem früheren Ich, dem heutigen Ich und dem, das wir vielleicht einmal werden. Er erzählt vom Weitergehen, ohne die eigenen Wunden zu verleugnen. Vom Mut, sich nicht von Hindernissen definieren zu lassen. Von der Weichheit, die entsteht, wenn man sich selbst zuhört.
Das Video ist auf den Färöer-Inseln entstanden und fühlt sich wie Heimkehr an. Die Inseln im Nordatlantik, seit der Wikingerzeit besiedelt und über Jahrhunderte fremder Herrschaft ausgesetzt, haben eine Kultur hervorgebracht, die sich vor allem durch eines behauptet hat: Gesang. Gemeinsames Singen, gemeinsames Tragen, gemeinsames Erinnern. Eine Tradition, die selbst in den dunkelsten Wintern weiterlebt und in den hellen Sommern aufblüht und die Eivørs Musik seit jeher durchdringt.
Das Video zu „Healer“, gedreht von Katrin Joensen Næs, fängt genau diese Spannung ein, das Wilde und das Zarte, das Ungezähmte und das Sanfte. Nebel, Felsen, Wind, Wasser, nichts davon ist Kulisse. Alles ist Herkunft, Geschichte, Identität.
Heidrun Petersen, Birita Dam, Kristina á Váli und Jona Elia Jakobsen erscheinen wie vier Kräfte, die den Song mittragen. Sie wirken wie ein lebendiger Kreis aus Stimmen und Körpern, der die alte Tradition des gemeinsamen Singens und Formens in eine neue visuelle Form übersetzt.
Eivør sagte, sie habe ihr Herz in diesen Song gegossen, und man glaubt es sofort, denn „Healer“ fühlt sich an wie ein Lied, welches begleitet. Ein Lied, das uns dort abholt, wo wir gerade stehen, und uns etwas Bedeutungsvolles anbietet: Trost, Klarheit, vielleicht sogar ein kleines Stück Zukunft.
Gerade in einer Zeit, in der die Welt unruhig ist und politische Wellen über uns hinwegrollen, öffnete Eivør mit diesem Song eine Tür zu einem Ort, an dem Musik gespürt und eingeatmet wird. Der Refrain selbst klingt wie eine kleine Anweisung: langsamer werden, weiteratmen, festhalten und nicht aufhören zu glauben. Ein Zuspruch an Träumende, dass Zeit heilt, auch wenn sie langsam arbeitet. Vielleicht liegt genau darin ein Moment von Heilung.
Wissenswertes:
- Ihr neues Album „Tungl“ wird am 16.Oktober über Nuclear Blast Records veröffentlicht.
Für 2027 sind bereits Tour-Slots in Deutschland angekündigt. Mir wurde mehrfach erzählt, dass Eivør jeden Euro wert ist. Ihre Konzerte sollen magisch sein. Na, dann los …
- 27.02.2027 – Hamburg, Docks
- 09.03.2027 – Köln, Live Music Hall
- 10.03.2027 – Stuttgart, LKA Longhorn
- 11.03.2027 – Frankfurt, Batschkapp
- 16.03.2027 – München, Kesselhaus
- 19.03.2027 – Dresden, Reithalle Straße E ***Ich freu mich sehr – endlich darf ich sie live erleben!
- 20.03.2027 – Berlin, Huxleys Neue Welt
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Foto: Adam Wamsley

