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FAUN – Pagan
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FAUN – Pagan

Sprachbegabt und mit tiefen Empfindungen für Mythologien, Mystik und niedergeschriebenen Sagen verwandeln FAUN all ihre Erzählungen in lebendige Atemzüge. FAUN begehren pagane Lieder in ihrer schönsten Form, die zur musischen Unvergänglichkeit bedacht sind. Und das bestreben sie mit raffinierten Blicken, der Liebe zum Detail und einem darin umwobenen Zauber, welches die FAUNe in mediävalen Glanz betten. In ihrer konkurrenzlosen Verlockung beeindrucken sie mit Scharfsinn, Poesie und instrumentaler Vielfalt in stetiger Einzigartigkeit. Jedes ihrer Alben bietet Besonderheiten, welche den einen früher oder den anderen später berühren werden. Die dazugehörigen Videos rufen Bewunderung wie auch unerschöpfliches Bestaunen hervor. Nur ein Genius kann die bewegten Bildaufnahmen für die auserkorenen Lieder unermüdlich konzipiert haben.

Mit dem Opener „Galdra“ wurde ein wundervolles Stück in die Elementarwelt erhoben, der tief in die Welt der nordischen Mythen eintaucht. Lindy-Fay Hella (Wardruna / Dei Farne) bestärkt den Song mit einer fantastisch anmutigen Joik-Partizipation, die den Zauber herbeibeschwört. In der Übersetzung bedeutet das isländische Wort Galdra „der Zauber“.

Im Karneval wird übertriebenes Vergnügen bei gleichzeitiger Verfremdung der eigenen Person gefeiert, doch in FAUNs „Halloween“ wird die Zeit bewusst mit Ritualen zelebriert. Denn für sie ist es von besonderem Belang die Magie des Jahreskreisfestes offenkundig zu würdigen.

Wie viel wunderbare Literatur es gibt, beweist das Stück „Gwydion“. Denn die Bücher von Wolf Dieter Storl gelten für FAUN als lyrische Inspiration. Zudem unterstützte der Autor die Band im Videodreh persönlich. „Gwydion“ ist ein walisischer Zauberer, welcher die Bäume gegen den Herrn der Unterwelt „Arawn“ ziehen lässt. Dieses hervorragende Werk wurde gemeinsam mit der Folkmetal-Band Eluveitie geschrieben, worin sie sich eindeutig übertroffen haben. Drehleier, Dudelsack und Laura Fellas cleanen, wie auch joik-lastigen Gesang vereinen sich mit harten Riffen, brachialen Drums und die kräftigen Shouts des Eluveitie Frontmanns Chrigel Glanzmann.  Das glänzende Zusammenwirken zwischen Laura und Chrigel zeugt von einem lichterlohen Brand, welches im Repeat immer und immer wieder entfacht werden darf.

Die romantische Ballade „Wainamoinen“ ist einem Helden aus dem finnischen Kalevala gewidmet, der seit seiner Geburt Weisheit und eine magische Stimme besitzt. Basierend auf einem wunderschönen Harfenstück von Adaya, wurde eine deutschsprachige Ballade geschrieben, das mit Motiven alter finnischer Runengesänge die Wundertaten des Wainamoinen beschreibt.

FAUN sind bekannt dafür, in die Stille einzutauchen, um in munteren Nächten eine Geschichte zu erzählen. Das balladeske „Tamlin“ taucht in die schottische Feenwelt ein. Es erzählt von einem Jüngling, welcher von der Königin der Feen geraubt und letzten Endes durch die Kraft der Liebe gerettet wird.

Dass sie auch auf der Erdenwelt verwurzelt sind, darbieten sie mit „Neun Welten“, einem dunkelmystischen Liedlein. Dieses Stück wurde von den Mythen des Nordens inspiriert, der eine Katharsis, eine innere Reinigung, beschreibt. Die von Laura Fella und Adaya gesungene altisländische Strophe „níu man ek heima, níu íviði“ stammt aus der älteren EDDA und genießt folgende Bedeutung: „Neun Welten kenn ich, neun Verwurzelungen.“

Vor der großen dichterischen Worteskunst haben FAUN viel Respekt. In diesem Sinne wurde die anglo-schottische Grenzballade „Lord Randal“ in ein faun’isches Gewand gekleidet. In geübter Aussprache darf dem Dialog einer Mutter mit ihrem Sohn gelauscht werden, dessen Herz so lange treu ergeben ist, bis es von dem Gift der Liebsten im Tode erkaltet.

Ein norwegisches Runengedicht kündigt einen heiteren Tanz an. Denn „Baldur“ ist eine Hymne an die Heiligkeit der Sonne sowie an den Leuchtensten der nordischen Götter.

Mit „Zeit der Raben“ greifen sie zu den Sternen und singen ein Lied mit Krähen und Raben. Hierbei wird eine musische Schönheit in der Ausführung einer CD, in der vereinfachten Pressung, beendet, welches 13 Songs erklingen lässt. Zumal es das Album „Pagan“ in verschiedenen liebevoll gestalteten und hochwertigen Anfertigungen zu kaufen gibt, die auch weitere Bonus Songs beinhalten. Nach Anhören des mystischen Zauber-Traumes wacht man rotwangig sowie erholt auf, selbst glüht das Herz vor Begeisterung und sehnt sich nach mehr.

An den Reichtum der Lieder darf sich gerne live erfreut werden:

 


Wertvolle Links:

*** Das Album habe ich mir gekauft, da ich möchte, dass FAUN in die Charts einsteigt. Zumal ich Bands und Künstlerinnen gerne unterstütze, wie es mir möglich ist.  Zudem war es mir ein innerer Wunsch in die faun’ische Welten einzutauchen, die ich sehr mag. Je ein Ticket für die jeweiligen Touren haben wir bereits erworben.