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Julia Gaeta – BLEED und Interview
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Unique Singles Interviews

Julia Gaeta – BLEED und Interview

Die in Paris lebende amerikanische Künstlerin Julia Gaeta erschafft atmosphärischen Dark Pop, der weit ausschwingende Melodien, industrielle Texturen und eindringliche vokale Kontraste miteinander verbindet. Ebenso tief in die visuelle Sprache ihrer Musik investiert, begreift sie jede Veröffentlichung als ein immersives künstlerisches Universum. Dabei lässt sie sich von Pop, Alternative der 90er und 00er Jahre, Post-Punk, gigantischen Hip-Hop-Produktionen und dem Kino inspirieren. Ihre Arbeit balanciert Intimität und Rauheit, indem sie ätherische Vocals mit gewichtigen Synths und rhythmischem Vorwärtsdrang kombiniert.

Ihre neueste Single „BLEED“, produziert von Matia Simovich in den Infinite Power Studios, erweitert dieses Universum mit einem unverkennbaren Synth-Rückgrat und einer kinetischen Energie, die von Madonnas Ray of Light-Ära inspiriert ist – und dennoch die cineastische Atmosphäre bewahrt, die zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Der Track knüpft zudem an eine ihrer frühesten musikalischen Erinnerungen an: Holsts The Planets: Mars, the Bringer of War, dessen Gefühl von Momentum, Spannung und Erhabenheit ihr Schreiben bis heute prägt.

Gaeta führte auch Regie beim dazugehörigen Video zu „BLEED“. Inspiriert von den stilisierten Welten Dario Argentos entwarf sie ein modernes Universum, das weit entfernt von der Erde schwebt – ein Ort, befreit von Erwartungen, Schwerkraft und ererbten Rollen, an dem Bewegung selbst zum Ausdruck von Macht wird.

Bleed handelt von Frauen. Von unseren Triumphen und Kämpfen, wie weit wir gekommen sind und was uns immer wieder abverlangt wird. Ich wollte erforschen, was passieren würde, wenn wir in einer Ära nach den Erwartungen existierten, in der wir niemandem Rechenschaft schulden – wie würde unsere Macht aussehen, wie könnten wir sie einsetzen, wie groß wäre ihre schiere Wucht? Es geht um mein Verlangen, einen Vorgeschmack auf dieses Vakuum zu bekommen, darin zu tanzen, es physisch und kulturell möglich zu machen. Es ist das erste Mal, dass ich bei einer Videoproduktion Regie geführt habe, und ich wollte, dass es isoliert wirkt, weit weg, aber dennoch verführerisch.

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Im folgenden Interview vertieft Julia Gaeta die Hintergründe zu „BLEED“ und spricht über die künstlerischen Ideen, die den Song sowie das visuelles Konzept geprägt haben.

  • „BLEED“ erweitert dein künstlerisches Universum um eine neue, kinetische Energie, die dennoch klar deine Handschrift trägt. Welche ästhetischen oder emotionalen Räume hast du mit diesem Track erstmals betreten – und wie prägen sie das, was du als nächsten Schritt für dich siehst?

Ich wollte mit BLEED in eine völlig andere Welt eintauchen.

Ich glaube, meine Arbeit hatte schon immer eine cineastische und atmosphärische Qualität, aber dieser Track verlangte nach etwas Körperlicherem, nach etwas konkret Kraftvollem.

Eine große Inspiration war Madonnas Ray of Light-Phase. Ich erinnere mich daran, wie ich sie in dieser Zeit als Teenager sah und mich von ihrer Selbstsicherheit und der Wahl ihrer visuellen Ästhetik inspirieren ließ – während ich gleichzeitig völlig fasziniert war von ihrer klanglichen Weiterentwicklung.

Ein weiterer früher Einfluss war, dass ich als Kind Holsts Mars, the Bringer of War hörte – die schiere Wucht dieses Stücks und die Bilder, die sich in meinem Kopf entfalteten, während ich an Mamas riesigem Lautsprecher lehnte und der Größe und Dynamik dieser Musik lauschte.

Ich glaube, mein nächster Schritt besteht darin, weiterhin aus einem Ort der Wahrheit herauszuarbeiten.

Es ist wichtig, dass Künstler*innen ihre eigenen Geschichten erzählen – gerade angesichts von Megatrends und der Übersättigung durch soziale Medien.

  • Im Video zu „BLEED“ erschaffst du einen Ort jenseits von Erwartung, Schwerkraft und Rollenbildern. Wenn du dieses „post-expectations“-Universum weiterdenkst: Welche Rolle spielt dieser Raum für deine zukünftigen Arbeiten – und könnte er die visuelle Grundlage für ein größeres Projekt oder gar ein Album bilden?

Das „Post-Expectations“-Universum in BLEED geht darum, einen Raum zu öffnen, in dem andere Regeln gelten.

Ich wollte mir vorstellen, wie feminine Kraft aussehen könnte, wenn man die üblichen Rahmen, die sie umgeben, hinter sich lässt.

Visuell bedeutete das, einen Ort zu erschaffen, der isoliert und schwebend wirkt – und dennoch eine Anziehungskraft besitzt. Irgendwo weit weg von der Erde oder weit weg von der Welt, wie wir sie kennen. Mich hat die Idee eines Vakuums als Freiheitsraum fasziniert – ein Ort, an dem Macht in ihrer rohesten Form existieren kann.

Ich glaube, diese Arbeitsweise wird sich fortsetzen.

Es zieht mich immer wieder dazu hin, für jede Veröffentlichung eine eigene visuelle Identität zu erschaffen. Ob dieses konkrete Universum die Grundlage für ein größeres Projekt wird oder nicht – ich möchte, dass meine Arbeit sich immer wie eine Tür in eine andere Welt anfühlt.

  • Deine Single verweist auf frühe musikalische Prägungen, cineastische Atmosphären und eine starke thematische Ausrichtung auf weibliche Selbstermächtigung. Gibt es bereits Überlegungen zu einem kommenden Album, das diese Motive bündelt? Welche Themen oder Klangwelten würdest du darin weiter ausloten wollen?

Ich bin vorsichtig damit, zukünftige Themen zu früh festzulegen, weil sich meine Empfindungen oft ziemlich schnell verändern (zum Guten wie zum Schlechten, haha).

Mich interessiert es, ein größeres Werk zu schaffen, in dem sich die Songs nach mir anfühlen, aber nicht unbedingt dieselbe Geschichte erzählen müssen. Hoffentlich spricht das auch andere an.

Klanglich möchte ich weiter den Schnittpunkt zwischen Dark Pop, cineastischer Atmosphäre und elektronischem Momentum erkunden. Ich fühle mich zu Musik hingezogen, die emotional und weit, aber zugleich körperlich wirkt.

Die visuelle Seite ist mir genauso wichtig. Ich trenne Klang und Bild nicht wirklich voneinander – sie gehören beide zum selben Universum.

Wissenswertes:

  • Genre: Atmospheric Dark Pop, Alternative, 90er-inspiriert, Electronica
  • Für Fans von: Depeche Mode, Marie Davidson, Boy Harsher, Zola Jesus, Nine Inch Nails, Fever Ray, Garbage, Killing Joke, 4AD Records

Wertvolle Links:

*English Version*

  • “BLEED” expands your artistic universe with a new, kinetic energy that still unmistakably carries your signature. Which aesthetic or emotional territories did you enter for the first time with this track – and how do they shape what you envision as your next step?

I wanted to enter a totally different world with BLEED. I think my work has always had a cinematic and atmospheric quality, but this track called for something more physical, concretely powerful.

A big inspiration was Madonna’s Ray of Light era. I remember seeing her during that period when I was a teenager and feeling inspired by her confidence and choice of visuals, while also being transfixed by her sonic evolution. Another early influence was hearing Holst’s Mars, the Bringer of War as a child – the sheer magnitude of it, and the visuals that unfolded in my head as I sat against my mom’s giant speaker and listened to the grandeur and dynamics of this piece of music.

I think my next step is about continuing to build from a place of truth. It’s important that artists continue to bring out their own stories in the face of megatrends and social media saturation.

  • In the video for “BLEED,” you create a place beyond expectation, gravity, and inherited roles. When you imagine this “post‑expectations” universe further: What role does this space play in your future work – and could it become the visual foundation for a larger project, or even an album?

The “post-expectations” universe in BLEED is about opening a space where different rules apply. I wanted to imagine what feminine power could look like without the usual frameworks around it.

Visually, that meant creating a place that felt isolated and suspended, but still alluring. Somewhere far from Earth or far from the world as we know it. I was interested in the idea of a vacuum as a space of freedom – a place where power can exist in its rawest form.

I do think that way of working will continue. I’m drawn to building visual identities around each release. Whether or not this exact universe becomes the foundation for a larger project, I’ll always want my work to feel like a door to another world.

  • Your single draws on early musical influences, cinematic atmospheres, and a strong thematic focus on female empowerment. Are there already thoughts about a forthcoming album that might bring these motifs together? Which themes or sonic worlds would you want to explore more deeply?

I’m careful not to define any future themes too soon, because I tend to shift sentiments pretty quickly (for better or for worse, haha).

I’m interested in creating a larger body of work where the songs feel like me but don’t necessarily need to tell the same story. Hopefully that resonates with others, too.

Sonically, I want to keep exploring the meeting point between dark pop, cinematic atmosphere and electronic momentum. I’m interested in music that feels emotional and expansive, but also physical. The visual side is equally important to me. I don’t really separate the sound from the image; they’re both part of the same universe.