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I Want Poetry – Solace
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Double Diamonds Reviews

I Want Poetry – Solace

Mit ihrer Musik begeben sich I Want Poetry aus Dresden in eine tiefgründige Gedankenwelt. Dazu präsentiert das Duo keinen stereotypischen Sound mit einfachen Wortklingeln. Ihre Musik zieren sie stets mit wortgewandter sowohl gehaltvoller Poesie, die sie in ein schwebendes Dream-Pop Gewand kleiden. Und wenn sie ihre Musik in die Welt fliegen lassen, ist es so, als würden die musischen Zellen sowie die Klaviertasten herumfliegen und sich in der Synthie-Materie vereinen, um ein wunderbar komponiertes Stück in unserem Herzen erklingen zu lassen.

Über die Produktion der neuen EP und die Bedeutung zu den fünf neuen Songs schrieben sie auf ihren Kanälen: „Die Arbeit an SOLACE war eine Seelensuche – uns gingen all diese existenziellen Fragen durch Kopf und Herz, und es war, als ob die Songs zu uns kamen um uns Antworten zu geben. Worin finden wir Trost? Was hält uns, gibt uns Mut, lässt uns weiter glauben? Gibt es einen tieferen Sinn in dem, was wir tun und was geschieht? Für uns waren es die Songs, die uns Trost spendeten. Die Erkenntnis, dass jeder etwas bewirken kann, und das oft mit kleinen Gesten – indem wir füreinander da sind, einander unvoreingenommen zuhören und uns gegenseitig Halt bieten, wenn wir ihn brauchen.“

Die EP wird mit dem Titelgeber „Solace“ eröffnet. „Solace“ gehört wie „Tongue“ auf die große Leinwand und ist cineastischer Elektropop par excellence. Der Song enthält einem vielschichtigen Mix aus Synthie-Rhythmen, kraftvollen Drums und orchestralen Streichern. Mit diesem trostbringenden Song, der etwas Beruhigendes und durch die Drums eine Anmut ausstrahlt, machen sich I WANT POETRY auf die Suche nach dem Trost und der Ermutigung, die die Welt des Öfteren benötigt.

„Hoffnung umgibt uns: Wenn wir innehalten, zuhören, zulassen. Da ist Trost im Wiegen der Bäume. Im Fließen des Wassers. In einem Song.“ – I WANT POETRY –

Einer ihrer absoluten Lieblingssongs ist „Tongue“. Dieser Song war für das Duo wie ein mentaler Roadtrip in die Vergangenheit, in eine Zeit voller Wunder und Aufregung, in eine Welt voller Neuanfänge. Auch das Video strahlt den gedanklichen Ausflug aus, der mit jedem Atemzug genossen wird. Das Duo erzählt: „Also, wenn es eine dieser warmen Sommernächte ist, kurbeln Sie das Autofenster herunter, drehen Sie die Stereoanlage auf und lassen Sie uns gemeinsam eine Fahrt unternehmen – fahren Sie einfach dorthin, wo die Straße uns hinführt.“

Über ihren „Superman“ erzählen sie: ‚Superman‚ ist ein empowernder Song, der Mut macht, sich auf sich selbst zu besinnen. Der Song erinnert uns an daran, dass jeder von uns Heldenkräfte besitzt: Für sich selbst einzustehen, sich selbst treu zu bleiben und an dem festzuhalten, was uns wichtig ist – das ist unsere Superpower.“

Wenn du für das eintrittst, woran du glaubst, und dir selbst treu bleibst – das ist deine Superkraft. – I WANT POETRY –

„Souvenirs“ ist ein Stück, über das sich Tine von Bergen und Till Moritz Moll bewusst auseinandergesetzt haben. Es ist ein emotionaler Song, der von den himmlischen Weiden aus betrachtet werden kann. Ein Rückblick, eine Erinnerung, eine Selbstreflektion, in dem was ist, was wir im Hier & Jetzt sind, auch wenn wir nicht mehr sind. Ein alter Dachboden zeigt die Fragmente der Zeit, die kleinen Dinge, die einem gehör(t)en.

„Es passiert so viel zurzeit, das Fragen aufwirft: Was können wir überhaupt tun? Ist irgendetwas von Bedeutung? Aber oft sind es die kleinen Gesten, die einen Unterschied machen, die eine nachhaltige Wirkung auf die Welt haben werden. Einander zuhören, Wärme spenden, für andere da sein. Das sind die Dinge, die bleiben. Die Erinnerung ist in uns selbst. Was bleibt einmal von uns? Woran möchten wir uns erinnern? Die Sachen, die wir besitzen und mitnehmen auf unserer Reise durch die Welt und durch das Leben – sie erzählen unsere Geschichte. Aber wie wir miteinander umgehen, was wir für einander sind – das ist es, was zählt. Freundschaft, Liebe, Inspiration und Trost – das ist es, was die Welt verändern wird.“, so I Want Poetry auf ihren Kanälen.

Mit dem fünften Song „Mother“ schließt eine hervorragende EP ab. Nicht jeder Mensch wurde mit einer mütterlichen Liebe gesegnet. Der Song ist kein typisches Liebeslied, keine Huldigung. Der Song drückt die Bitte aus, den Töchtern die Zeit zu geben selbst fliegen zu lernen, um zu verstehen und zu begreifen.

Die EP „Solace“ ist eine kleine Sammlung von Lebensinhalten, Werten und Botschaften, die das Duo ausmachen. Denn in I Want Poetry liegt die Bestimmung, sich in der musikalischen Materie zu bewegen. Zumal ihre Songs sich in Leichtigkeit winden und können die Leere ausfüllen, die in einem ist.

***Ich kann mir ein Leben ohne deren Musik nicht mehr vorstellen. Im Herbst erscheint das neue Album. Wenn das genauso gut wird, wie die EP und das Debüt von 2020 „Human Touch“, bekommt  I Want Poetry definitiv erneut folgendes Prädikat aufgedrückt: sehr wertvoll! – Unbedingt kaufen! Unbedingt hören! Meiner Meinung nach gehören I Want Poetry in die Charts, auf große Bühnen und in die große Welt der Musik. – Warum? Weil es so ist!


Foto: Elisabeth Mochner

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